Bekanntlich sind alle guten Dinge drei. Deshalb fand das diesjährige Würth Open Air wieder an drei Tagen hintereinander statt. Vom Freitag, den 22. Juni bis zum Sonntag, den 24. Juni 2001 auf dem Firmengelände in Gaisbach. Wo normalerweise LKWs ein- und ausladen, waren über 11.000 Besucher eingeladen, ausgelassen bei Rock, Pop und Oldie-Klassikern mitzusingen und sich von klassischen Klängen bezaubern zu lassen.
Justus Frantz, der nun zum fünften Mal das Würth Open Air am ersten Tag eröffnete, steht mit seinem Namen für "klassisch" gute Unterhaltung und beweißt immer wieder, dass er ein Händchen für die Auswahl exzellenter Musiker hat. Das Orchester, das er in diesem Jahr dirigierte, war nicht wie in den Jahren davor die Philharmonie der Nationen, sondern die Sinfonia Varsovia, ein Spitzenensemble aus Polen.
Doch damit nicht genug. Erstmals setzte sich Justus Frantz beim Würth Open Air selbst ans Klavier. Begleitet wurde er dabei von Joseph Lendvai an der Violine und Sascha Bagrintsev am Violoncello, beide Solisten der Philharmonie der Nationen. Die Philharmonie der Nationen hatte die letzen Jahre auf dem Würth Open Air gespielt und wurde in diesem Jahr durch die genannten Solisten würdig vertreten.
Mit zwei Werken von Ludwig van Beethoven, dem "Tripelkonzert" und der "Pastorale", spielten er und sein Ensemble an diesem Abend vor 1.500 begeisterten Besuchern und wie immer ausverkauftem Haus.
Die weiteren zwei Open Air Tage versetzten die Besucher in die 70er Jahre zurück. Am Samstag machte die rockige Band The Young Dubliners den Anfang der Zeitreise, die, wie die nach ihnen folgende Gruppe Jethro Tull, ihre Wurzeln in diesen Jahren hatten.
Der Frontmann der Gruppe Jethro Tull ist der unverwechselbare Flötist Ian Anderson, der die Querflöte in die Rockmusik eingeführt hat. Mit Hits wie "Locomotive Breath", "Aqualung" oder "Too old to rock´n´roll" brachten sie dem Gaisbacher Publikum, diesen unverwechselbaren Musikstil überzeugend nahe.
Garry Moore, der Top Act an diesem Abend, brachte den Blues auf die Bühne. Der Nordire spielte Songs aus seinem aktuellen Album "The Blues is back" und faszinierte die rund 5.000 Besucher mit seiner Spielfreude und Perfektion an der Gitarre. Mit einem dynamischen Programm, dass vom Blues bis zum Rock nicht nur sämtliche Stilrichtungen vereinigt, sondern auch alle Besucher von Jung bis Alt, schloss er den Abend imposant ab.
Am Sonntag war, ganz im Zeichen der 70er Jahre, Party angesagt. Für die richtige Einstimmung sorgte der Auftritt der ersten Band an diesem Tag, Middle of the Road. Mit ihrer Frontsängerin Sally Carr und ihrer charakteristischen Stimme brachten sie die rund 4.500 Besuchern so richtig in Partylaune. Die einzigen männlichen Stimmen, die man an diesem Tag hören konnte, waren die der Rubettes. Mit ihrem Markenzeichen, den Ballonmützen, ihrem unverwechselbaren Sound und mitreisenden Hits wie "Sugar Baby Love" und "Tonight" bewiesen sie, dass sie immer noch Begeisterungsstürme auslösen konnten.
Nach dem, vor allem für die weiblichen Besucher, attraktivem Auftritt von den Rubettes, war das nächste Highlight eine Augenweide für das andere Geschlecht. Suzi Quattro trat mit geballter Rockpower verteilt auf 1,50 m, auf die Bühne. Die Lederlady wirbelte über die Bühne und spielte zusammen mit ihrer hervorragenden Band all ihre großen Hits wie "48 Crash", "Stumblin`In" oder "Can the Can".
Die einzige Show, die die von Suzi Quattro noch topen konnte, war die von Boney M. mit Liz Mitchell, die Leadsängerin aus der Originalbestzung.
Bei Nr.1 Hits wie "Rivers of Babylon", "Rasputin", "Sunny", "Daddy Cool", die weltweit Rekorde gebrochen hatten, gab es kein Halten mehr für das Publikum und es wurde bis zum letzten Ton mitgesungen und mitgetanzt.
Damit endete Dank Boney M. das Würth Open Air 2001 mit einem Feuerwerk an guter Laune.