Nach dem Erfolg des ersten Würth Open Airs 1997, waren die Erwartungen an das 2. Würth Open Air groß. Dieses fand vom 19. - 21. Juni 1998 erneut auf dem Firmengelände in Gaisbach stattfand. Können die diesjährigen Künstler, wie z. B. Art Garfunkel oder The Original Blues Brothers Band gleiche oder vielleicht gar höhere Besucherzahlen anlocken? Werden sie das Publikum begeistern können? Und was das Wichtigste ist, wird das Wetter wieder mitspielen?
Nach den drei Tagen konnte man erfreulicherweise alle vorher offenen Fragen mit ja beantworten.
Der erste Tag des Open Airs stand ganz im Zeichen der Klassik. Wie im vorherigen Jahr übernahmen Justus Frantz und die Philharmonie der Nationen den Auftakt. Mit Werken von Peter I. Tschaikowskys Konzert für Violine und Orchester op. 35 D-Dur, über Johannes Brahms Ungarische Tänze Nr. 1/3/10, bis zu dem Radetzky - Marsch von Johann Strauß (Vater) war ein abwechslungsreiches aber dennoch in sich harmonisches Programm erstellt worden, das vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen und mit großem Beifall belohnt wurde.
Am Samstag, den 20. Juni 1998 standen neben dem Top Act Art Garfunkel die Flying Pickets aus England und die Grammy-Gewinnerin Alannah Myles auf dem Programm. Die Flying Pickets leiteten den Abend mit ihrem fünfstimmigen Harmoniegesang ein, erstaunten mit einem umfangreichen Repertoire an A-cappella-Nummern und mit dem erstmaligen Einsatz von Percussion und Keyboards.
Die melodische Stimmung, die von den Flying Pickets geschaffen wurde, war wie gemacht für die nächste Künstlerin. Alannah Myles sang neben ihrem Welthit "Black Velvet" auch die neusten Songs von ihrem 4. Album. Durch ihre sehr persönlichen Lieder und durch ihre imposante Stimmgewalt schlug ihr jede Menge Sympathie und Begeisterung vom Publikum entgegen. Das absolute Highlight des Tages war jedoch unumstritten der Auftritt von Art Garfunkel. Mit Hits aus der Simon & Garfunkel-Zeit wie"The Boxer", "Sound of Silence" oder "Bridge over troubled Water" hatte er unvergessliche Songs im Repertoire. Doch Art Garfunkel, der Mann mit der unglaublich sanften Stimme, gab nicht nur die Klassiker zum Besten, sondern auch viele Stücke aus seinem Live-Album "Across America" und ließ den Abend damit mit eher sanften Tönen für die fast 4.000 Besucher ausklingen.
Am letzten Tag des Würth Open Airs 1998 lag Soul, Funk und Rhythm & Blues in der Luft. Die über 3.000 Besucher, die sich auf dem Firmengelände in Gaisbach zusammengefunden hatten, waren gespannt, was ihnen die heutigen zwei Top Acts für eine Show bieten würden. Um 18.30 Uhr traten Männer mit schwarzen Sonnenbrillen, schwarzen Hüten, schwarzen Anzügen und Krawatten, weißen Socken und weißen Hemden auf die Bühne. Unverkennbar, dass die Original Blues Brothers Band erschienen waren, um dem Publikum so richtig einzuheizen. Dieses gelang einwand- und zweifelsfrei.
Eine schwere Aufgabe stand nun dem zweiten Super Act, Kool & The Gang feat. JT Taylor bevor, den in die Beine gegangenen Auftritt der unverwechselbaren Original Blues Brothers Band zu übertreffen. Doch mit "souligen" Rhythmen verbreiteten sie super sonnige Sommerlaune und brachten mit einem Hit nach dem anderen wie z. B. "Ladies Night", "Too Hot" oder "Celebration" den letzen Abend des Würth Open Airs gekonnt zum Abschluss, dass in diesem Jahr knapp 9.000 Besucher hatte.